Kaiserschnitt - Ablauf, Gründe & Risiken

von Vanessa Hollmann

Etwa ein Drittel der Kinder werden in Deutschland durch Kaiserschnitte geboren. Es gibt viele Gründe für einen Kaiserschnitt, ob geplant, ungeplant oder auf Wunsch – eine Geburt ist auch hier ein besonderes Ereignis. Ein Kaiserschnitt unterscheidet sich aber in vielen Aspekten von einer normalen Geburt. Was ist ein Kaiserschnitt? Wie lange dauert ein Kaiserschnitt? Welche Risiken bringt einen Kaiserschnitt? Welche Gründe gibt es für einen Kaiserschnitt? Was muss ich nach einem Kaiserschnitt beachten? Diese Fragen werden wir in diesem Blogbeitrag klären.

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was ist ein Kaiserschnitt?
  • 2. Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?
  • 2.1 Vorbereitung
  • 2.2 Die Narkose
  • 2.3 Die Operation
  • 2.4 Nach der Operation
  • 2.5 Wochenfluss
  • 3. Welche Gründe für einen Kaiserschnitt gibt es?
  • 3.1 Geplanter Kaiserschnitt
  • 3.2 Ungeplanter Kaiserschnitt
  • 3.3 Wunschkaiserschnitt
  • 4. Welche Risiken bringt ein Kaiserschnitt
  • 4.1 Für die Mutter
  • 4.2 Für das Kind
  • 5. Was muss ich nach einem Kaiserschnitt beachten?
  • 5.1 Schonzeit
  • 5.2 Stillen
  • 5.3 Wundheilung und Pflege der Narbe
  • 5.4 Rückbildung und Beckenboden
  • 6. Fazit

Was ist ein Kaiserschnitt?

Er wird auch Sectio genannt. Anders als wie bei einer vaginalen Geburt, wird das Baby durch einen operativen Eingriff an der Bauchdecke zur Welt gebracht. Man unterscheidet zwischen drei Arten: geplanter Kaiserschnitt (primäre Sectio), ungeplanter Kaiserschnitt (sekundäre Sectio) und einem Wunschkaiserschnitt.

Ein geplanter Kaiserschnitt wird durchgeführt, wenn er aus medizinischen Gründen notwendig ist. Wie der Name schon sagt, wird im Vorfeld zusammen mit den Ärzten ein Termin für den Eingriff festgelegt. Dieser findet vor dem Einsetzten der Wehen statt.

Ein ungeplanter Kaiserschnitt trifft dann ein, wenn während einer natürlichen Geburt auf einen Kaiserschnitt umgestiegen wird. Dies erfolgt spontan während der Geburt und auch nur dann, wenn er medizinisch erforderlich ist.

Bei einem Wunschkaiserschnitt besteht keine medizinische Notwendigkeit. Er wird aus persönlichen Gründen auf Termin durchgeführt.

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Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

In der Regel wird ein geplanter Kaiserschnitt ein bis drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin vorgenommen. Zum einen, wird die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer vorzeitigen Geburt kommt, durch eine vorzeitige Wehentätigkeit oder einen Blasensprung, minimiert. Zum anderen kann die Klinik besser planen. Selbstverständlich ist der Eingriff weniger risikoreich und kompliziert, wenn die Wehen noch nicht eingesetzt haben.

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Vorbereitung

Wie vor jeder Operation wirst du vom Pflegepersonal vorbereitet. Dein ganzer Bauch wird desinfiziert, ggf. enthaart und das gesamte Umfeld mit sterilen Tüchern abgedeckt. Zusätzlich wird Dir vor der Operation ein Blasenkatheter gelegt, um die Blase zu entleeren. Der Katheter wird entweder wenige Stunden nach der OP oder spätestens am nächsten Tag wieder entfernt. Beide Arme werden an beiden Seiten locker fixiert. Das Tuch, welches zwischen Oberkörper und dem Bauchbereich gespannt wird, hat hygienische Gründe und dient ebenfalls als Sichtschutz.

Die Narkose

Mit einem Kaiserschnitt geht auch immer eine Art Narkose oder Betäubung einher. Bei einer örtlichen Betäubung oder lokale Anästhesie, wird nur der operierende Bereich betäubt. Hier erlebst du den Kaiserschnitt bei vollem Bewusstsein. Während der Operation spürst Du keine Schmerzen. In der Regel nimmst du nur Zug- und Druckbewegungen wahr.

Die zweite Möglichkeit ist eine Vollnarkose. Diese Möglichkeit bringt jedoch Gefahren. Es besteht das Risiko, dass das Betäubungsmittel über den Mutterkuchen (sog. Plazenta) in das Blut des Babys gelangt. Nach der Geburt kann das Baby dann leicht benommen wirken.

Die Operation

Der Ablauf des Kaiserschnitts ist nahezu gleich, egal für welche Betäubung Du Dich entscheidest. Am Unterbauch wird ein acht bis zwölf Zentimeter langen Schnitt vorgenommen. Hautschichten, Unterhautschichten und Fettschichten werden durchtrennt und die Bauchmuskeln auseinandergeschoben. Ist das erledigt, wird die Gebärmutter mit einem Schnitt geöffnet und soweit gedehnt, bis das Baby durch den Schnitt passt. Die Nabelschnur wird abgebunden und durchtrennt. Anschließend wird das Baby der bereitstehenden Hebamme übergeben, die die erste Untersuchung des Kindes durchführt.

Nachdem das Baby aus der Gebärmutter entnommen wurde, zieht diese sich wie nach einer natürlichen Geburt zusammen. Der Arzt löst nach der Geburt die Plazenta und entfernt mögliche Reste von Eihaut oder Plazenta, um Infektionen zu vermeiden. In der Regel spritzt der Arzt noch ein Kontraktionsmittel, welches der Gebärmutter hilft sich wieder zusammenzuziehen und Nachblutungen zu vermeiden. Zum Schluss werden Gebärmutter und die einzelnen Hautschichten wieder vernäht.

Insgesamt nimmt ein Kaiserschnitt einen Bruchteil der Zeit ein, im Vergleich zu einer natürlichen Geburt. Die OP-Vorbereitung und die Eileitung der Narkose nehmen etwa dreißig Minuten in Anspruch. Die eigentliche Operation dauert zwischen fünfzehn und dreißig Minuten.

In der heutigen Zeit wird der sog. Sanfte Kaiserschnitt, oder Misgav-Ladach-Methode, durchgeführt. Dabei werden die verschiedenen Hautschichten stumpf geöffnet. Die oberste Hautschicht wird aufgeschnitten, die darunterliegenden Gewebeschichten werden durch Dehnen und Reißen so weit geöffnet, dass das Baby entnommen werden kann. Diese Methode ermöglicht ein weniger verletztes Gewebe, einen geringeren Blutverlust der Mutter und später weniger Schmerzen. In der Regel kann man das Krankenhaus auch früher verlassen.

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Nach der Operation 

Während du medizinisch versorgt wirst, bekommt Dein Baby seine erste Untersuchung. Wenn es Deinem Baby soweit gut geht, darf es das erste Mal zu Deiner Begleitung auf den Arm. In der Regel kannst auch Du Dein kleines Wunder begrüßen und es berühren. Nach der Operation bleibst Du und Dein Baby noch vier bis sieben Tage auf der Wochenbettstation. Auch nach einem Kaiserschnitt kommt es zu Nachwehen. Sie sind eine selbstregulierende Form der Rückbildung Deiner Gebärmutter.

Wochenfluss

Auch nach einem Kaiserschnitt setzt der Wochenfluss ein. Im Vergleich zum Wochenfluss einer natürlichen Geburt ist er bei einem Kaiserschnitt weniger stark und dauert zwei bis drei Wochen kürzer an, falls eine Ausschabung vorgenommen wurde.

Welche Gründe für einen Kaiserschnitt gibt es?

Ob ein geplanter Kaiserschnitt oder ein ungeplanter Kaiserschnitt vorgenommen werden muss, kann man nicht immer selbst bestimmen. Bei einem Wunschkaiserschnitt hingegen, sind die Gründe immer persönlicher Natur.

Geplanter Kaiserschnitt

Es gibt verschiedene Gründe, die eine vaginale Geburt entweder unmöglich oder sehr riskant machen. Querlage des Kindes in der Gebärmutter, die Größe des Kindes im Verhältnis zum Becken der Mutter, die Lage der Plazenta vor dem Muttermund, eine Mehrlingsschwangerschaft, eine Erkrankung der Mutter oder stattgefundene Operationen an der Gebärmutter oder ein geringes Geburtsgewicht des Babys, können Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt sein. In einer Beckenendlage des Kindes ist es nicht immer nötig einen Kaiserschnitt durchzuführen. Hier liegt das Kind nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Po nach unten. Hier liegt die Entscheidung im Ermessen der werdenden Eltern und in Rücksprache mit den Ärzten im Krankenhaus.

Ungeplanter Kaiserschnitt

Hat die natürliche Geburt bereits begonnen und es zeichnet sich während der Geburt ein notwenige Kaiserschnitt ab, dann spricht man von einem ungeplanten Kaiserschnitt. Bei einem ungeplanten Kaiserschnitt ist das Wohlergehen der Mutter oder das des Kindes gefährdet. Mögliche Gründe für einen spontanen Kaiserschnitt können zum Beispiel ein Geburtsstillstand, völlige Erschöpfung, Fieber der Mutter, einem Riss in der Gebärmutter, die Ablösung der Plazenta, abfallende Herztöne des Kindes, eine eingeklemmte Nabelschnur oder anderen Komplikationen sein. Obwohl die Entscheidung für einen ungeplanten Kaiserschnitt oft sehr kurzfristig getroffen wird, wird dieser weitestgehend unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Wir ein ungeplanter Kaiserschnitt als Notfallkaiserschnitt gewertet, ist das Leben von Mutter oder des Kindes in akuter Gefahr. In diesem Fall muss die Geburt in den nächsten 20 Minuten erfolgen. Hier zählt jede Minute. Deshalb wird ein Notfallkaiserschnitt unter Vollnarkose durchgeführt, da dieser schneller wirkt.

Wunschkaiserschnitt

Ein Wunschkaiserschnitt ist nicht medizinisch begründet. Viele Schwangere entscheiden sich dennoch für diese Geburtsform. Mögliche Gründe können zum Beispiel die Angst vor Schmerzen einer vaginalen Entbindung, Geburtsverletzungen, schlechte Erfahrungen oder auch eine Planbarkeit, die die Möglichkeit eines Kaiserschnitts bietet, sein. Trotzdem sollte man sich immer bewusst sein, dass eine Schnittentbindung eine Operation ist und somit auch immer Risiken für Mutter und Kind bringt. Deshalb raten viele Ärzte eines Wunschkaiserschnitts ab.

Welche Risiken bringt ein Kaiserschnitt?

Ob geplanter, ungeplanter oder  ein Wunschkaiserschnitt ist immer eine Operation. Einher gehen immer lokale Betäubungen oder Vollnarkosen. Das birgt auch gewisse Risiken:

Für die Mutter

Zwar gehört eine Schnittentbindung in den meisten Geburtskliniken zu den Routineeingriffen. Trotzdem ist es ein operativer Eingriff und mit Risiken verbunden. In Ausnahmefällen kann es zu Blutverlust, Blutgerinnsel, Infektionen, Verletzungen der benachbarten Organe, Wundheilungsstörungen oder Narkosezwischenfällen kommen. Langfristig sind Komplikationen wie Lähmungserscheinungen, Kribbelgefühlen oder Verwachsungen an der Narbe möglich.

Für viele Frauen ist ein Kaiserschnitt ein positives Geburtserlebnis. Bei wenigen kommt es nach dem Eingriff zu psychischen Problemen und im schlimmsten Fall zu einer posttraumatischen Belastungsstörung. Experten erklären sich diese Probleme durch den Kontrollverlust während eines operativen Eingriffs. Sie empfinden Trauer oder auch Schuldgefühle ihr Kind nicht auf natürlichem Wege auf die Welt gebracht zu haben. Sollte Dir der Gedanke zu schaffen machen, dann sprich in jedem Fall mit Deinem Frauenarzt oder Deiner Hebamme. Wir empfehlen Dir ebenfalls Dich mit anderen Müttern auszutauschen, die dasselbe erlebt haben. Ein Kaiserschnitt ist kein Zeichen von Schwäche, sondern in vielen Situationen sogar die Beste Wahl für Dich und Dein Baby. Du solltest Dich in keinem Fall schlecht fühlen.

Für das Kind

Auch für das Baby kann eine Schnittentbindung Risiken bringen. Einige Kinder können nach der Geburt an Adaptionsproblemen leiden, meist in Form von Atemproblemen. Das liegt daran, dass sich noch Fruchtwasser in der Lunge des Kindes befinden kann. Anders als wie bei einer vaginalen Geburt, hier wird das restliche Fruchtwasser durch den Druck im Geburtskanal aus der Lunge gepresst. In seltenen Fällen kann es zu Schnitt- & Schürfwunden kommen, diese verheilen in der Regel aber schnell wieder.

Kritiker gehen davon aus, dass Babys, die nicht durch eine vaginale Geburt zur Welt kommen, später unter Bindungsstörungen leiden und anfälliger für Infekte sind. Der Grund: Während der Geburt kommt das Kind mit der natürlichen Vaginalflora in Kontakt, welches bei einer Schnittentbindung nicht der Fall ist.

Was muss ich nach einem Kaiserschnitt beachten?

Nach einem Kaiserschnitt gibt es gewisse Dinge zu beachten.Was muss ich nach einem Kaiserschnitt beachten. Der Alltag sollte in jedem Fall ein wenig langsamer begonnen werden. 

Schonzeit

Eine Operation ist eine Operation. Deshalb solltest Du darauf achten, dass Du in den ersten Wochen nach der Entbindung Dich weder bückst, noch schwer hebst. Außerdem solltest du über die Seite aufstehen, um die Wunde nicht übermäßig zu belasten. Eine strenge Bettruhe ist nicht zu empfehlen, da ansonsten das Risiko einer Thrombose oder eine Embolie steigt. Auch wenn es schmerzhalft ist, solltest Du Dich nach dem Kaiserschnitt aufsetzten und Blutgerinnsel zu verhindern, um die Darmtätigkeit anzuregen.

Stillen

Der Eingriff hat keinen Einfluss auf den Milcheinschuss. Du kannst mit dem Stillen beginnen, sobald Dein Baby und Du medizinisch versorgt seid. Um Deine Narbe zu schonen, solltest Du eine Stillposition wählen, bei dem das Baby nicht direkt auf der Narbe liegt. Hast Du nach dem Eingriff starke Schmerzen, können die Ärzte Dir Medikamente geben, die mit dem Stillen verträglich sind und keinen Einfluss auf Dein Baby haben.

Wundheilung und Pflege der Narbe

Die Bauchnaht verheilt in der Regel innerhalb von acht bis zwölf Tagen. Das innere Gewebe benötigt bis zu zwölf Wochen, um vollständig zu verheilen. Nachdem die Kruste abgefallen ist, kannst du mit der Narbenpflege und leichten Bauchmassagen zur Rückbildung beginnen.

Rückbildung und Beckenboden

Auch wenn Du keine vaginale Geburt hattest, wurde der Beckenboden während der Schwangerschaft stark beansprucht. Nach ungefähr sechs Wochen kann man mit der Rückbildungsgymnastik beginnen. Achte darauf, dass der Beckenboden noch nicht zu sehr belastet wird.

Fazit

Falls bei Dir ein Kaiserschnitt ansteht, können wir es nur zu gut verstehen, dass jeder Tag der näher an den Termin rückt, Dich nervöser macht. Wir empfehlen Dir einen Erfahrungsaustausch mit anderen Müttern und Gespräche mit Deiner Hebamme. Sie können Deine Sorgen und Ängste nachvollziehen und Dir auch sicherlich einige bedenken abnehmen. Denke daran, am Ende des ganzen Geschehens, hast du ein kleines Knöpfchen in den Armen, das Du über alles Lieben wirst.

Vanessa Hollmann
Managing Director

Vanessa ist Managing Director von BoomerBox und trägt im Team den Spitznamen "Dschinni". Nach Abschluss Ihres Bachelorstudiums in Wien und Hønefoss (Norwegen) war Sie 3 Jahre lang Projektleitung in einer international tätigen Agentur und in ganz Europa unterwegs.  
Sie ist immer da wo Sie gebraucht wird und kümmert sich um alle Probleme. Sie wurde in den vergangenen Jahren immer häufiger mit dem Problem konfrontiert, dass es für viele Probleme in der Schwangerschaft keine Lösung gab. Angefangen damit, dass viele über bestimmte Themen und Begleiterscheinungen gar nicht reden möchten. "Wir möchten den offenen Dialog über jedes Problem während der Schwangerschaft führen" ist heute Ihr Leitsatz. 


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