Die Geburt - Ablauf

von Vanessa Hollmann

Die natürliche Geburt ist ein Prozess, der in vielen Fällen auch ohne Arzt und Hebamme, ohne Komplikationen und Beschwerden verlaufen würde. Die werdende Mutter folgt bei der Geburt einem natürlichen Ablauf, den der weibliche Körper genaustens kennt.

Jede Geburt verläuft trotzdem unterschiedlich. Jede werdende Mutter ist anders und reagiert individuell auf die Schmerzen, die Kontraktionen und die ganzen Geschehnisse um sie herum. Wichtig ist, dass sich die Schwangere auf die Geburt einlässt, egal wie schnell oder langsam sie voranschreitet. Sollte eine Geburt ohne Schmerzmittel, Eingriffe oder Betäubung nicht möglich sein, dann ist eine Sache ganz wichtig: Gebe Dir keine Schuld und sei nicht enttäuscht! Oft ist es für eine Geburt notwendig einen Kaiserschnitt oder eine lokale Betäubung, die sog. PDA durchzuführen.

Klar ist, bei der Geburt läuft der Körper der werdenden Mutter zur Höchstform auf. Ihm wird nochmal alles abverlangt. 9 Monate lang hat er sich auf diesen Moment vorbereitet und ist bereit zu entbinden. Die Geburt wird in verschiedenen Geburtsphasen aufgeteilt. Dauer und Intensität innerhalb der Phasen ist aber sehr individuell. Wie lange dauert eine Geburt? Wie weit muss der Muttermund geöffnet sein für die Geburt? Wann wird eine Geburt eingeleitet? Will ich eine medizinische Hilfestellung? All diese Fragen klären wir in diesem Blogbeitrag.

Inhaltsverzeichniss

  • 1. Vorboten einer Geburt
  • 1.1. Übungswehen
  • 1.2. Ablösen Schleimpfropf
  • 1.3. weitere Vorboten
  • 2. Blasensprung
  • 3. Wehen
  • 4. Eröffnungsphase
  • 5. Übergangsphase
  • 6. Austreibungsphase
  • 7. Nachgeburt

eine natürliche Geburt verläuft durch vier verschiedene Geburtsphasen

Vorboten einer Geburt

Bevor es zu der eigentlichen Geburt kommt, gibt es schon ein paar Vorboten einer Geburt. Solltest du welche davon bemerken, dann kann eine Geburt bereits bevorstehen:

Übungswehen

Einige Wochen vor der Geburt können sog. Übungswehen auftreten. Sie sind in der Regel nicht schmerzhaft. Übungswehen ermöglichen dem Kind etwas tiefer in das Becken zu rutschen. Meistens verspürst Du dann in den kommen Tagen einen verstärkten Harndrang oder Stuhldrang. In seltenen Fällen fällt der Mutter das tiefe einatmen wieder leichter.

Ablösen des Schleimpfropfs

Der Schleimpfropf schützt die Gebärmutter während der Schwangerschaft vor dem einem Eindringen von Bakterien. Er verschließt den Muttermund. Damit das Baby durch den Muttermund kann, löst sich der Schleimpfropf vom Muttermund vor der Geburt ab. Bei den sog. Übungswehen wird der Muttermund ein wenig geöffnet und der Schleimpfropf löst sich. Der Schleimpfropf wird als flüssiger und zäher Schleim abgegeben. Das Ausscheiden des Schleimpfropf nennt man auch „Zeichenblutung“. Beim Lösen können kleine Gefäße verletzt werden und es kommt zu einer geringen Blutung.

Wichtig: Das Ablösen des Schleimpfropf ist lediglich ein Vorbote einer Geburt. Die Vorwehen müssen nicht gleich einsetzten, es kann sich manchmal sogar noch einige Tage hinziehen, bis Wehen die Geburt einleiten.

weitere Vorboten

Übungswehen und das Ablösen des Schleimpfropfes sind nicht die einzigen Vorboten einer Geburt. Eine Schwangere berichteten von Durchfall, Völlegefühl, allgemeine Unruhe, Schlaflosigkeit, Übelkeit oder ein Ziehen im Unterleib (ähnlich wie Regelschmerzen) vor der Geburt.

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Blasensprung

Jeder kennt es, wird ein Baby in Film und Fernsehen erwartet, dann beginnt die Geburt meistens mit dem Platzen der Fruchtblase – im realen Leben ist das seltener der Fall. In Wahrheit treten nur bei 20 bis 35 Prozent der Geburten eine solche schwallartige Entleerung der Fruchtblase auf. Ein Blasensprung ist auch vor dem Eintreten von Wehen möglich und völlig unproblematisch, solange das Kind sich bereits mittels den Übungswehen tiefer im Becken positioniert hat. In der Regel setzten die Kontraktionen nach einem Blasensprung in den nächsten 12 bis 18 Stunden ein. Passiert dies nicht, dann wird die Geburt eingeleitet.

Bei einem Blasensprung außerhalb der Klinik sollte man auf die Farbe des Fruchtwassers achten. Ist es klar oder etwas verfärbt ist das ein gesundes Anzeichen. Hat das Fruchtwasser aber eine grünliche Färbung, ist das ein Anzeichen, dass das Kind bereits ins Fruchtwasser gekotet hat und Stress ausgesetzt ist. In Beiden Fällen sollte die Hebamme, das Krankenhaus oder das Geburtshaus kontaktiert werden, Sie geben Anweisungen was zu tun ist. Bei eine Hausgeburt kannst Du Deine Hebamme kontaktieren.

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Wehen

Bei ca. 70 bis 80 Prozent der Schwangeren, beginnt der Ablauf der Geburt mit den Wehen. Hier zieht sich die Gebärmutter etwa 30 Sekunden fest zusammen und entspannt anschließend wieder. Solltest Du regelmäßige und kräftige Wehen verspüren, dann begebe Dich in die Klinik. Wann merke ich, ob es Geburtswehen sind oder nur Vorwehen? Ob es richtige Geburtswehen sind, kannst du nur herausfinden, wenn du einen deutlichen Unterschied zu den Wehen spürst, die du bereits hattest. Solltest Du Dir unsicher sein, kannst Du Dich auch früher ins Krankenhaus begeben. Ein Spaziergang oder ein angenehmes Bad werden die benötigten Wehen entlocken.
Tipp: Viele Hebammen empfehlen den "Badenwannentest" durchzuführen. Werden die Wehen stärker handelt es sich um echte Wehen. Lassen die Wehen nach, dann waren es nur Vorwehen.

Vor der sog. Eröffnungsphase sind die Abstände der Wehen noch recht lang. Anfangs können die Abstände von Wehe zu Wehe bis zu 30 Minuten andauern. Mit Verkürzung der Abstände schreitet die Geburt voran.

In der Klinik angekommen nimmt man Dich in den Kreißsaal auf, überprüft die Herztöne des Kindes und tastet nach dem aktuellen Weite des Muttermunds. In das Gebärzimmer wirst du erst gebracht, wenn Du Dich bereits selbst hinbegeben möchtest, eine PDA (Periduralanästhesie) gelegt wird oder eine dauerhafte Überwachung des Kindes von Nöten ist.

Eröffnungsphase

In dieser Phase kommen die Kontraktionen bereits in regelmäßigen und kürzeren Abständen. Sie beginnt, wenn der Muttermund sich drei bis vier Zentimeter geöffnet hat. Der Kopf des Kindes schiebt sich langsam in den Beckenring der Mutter. Wie Du diese Phase überstehen möchtest bleibt ganz Deine Entscheidung. Während viele Schwangere einen Spaziergang machen, da im Gehen eine Kontraktion weniger intensiv empfunden wird, nehmen andere ein wehenförderndes Bad oder sitzen auf dem Gymnastikball. Bei einer Steigerung der Intensität können Atemtechniken und Massagen helfen. Die Wehen kommen etwa alle zehn Minuten, ein bis zwei Mal.

Sollte es noch nicht zum Blasensprung gekommen sein, dann erfolgt dieser während der Eröffnungsphase. Manchmal wird die Fruchtblase auch während einer Kontraktion von der Hebamme künstlich geöffnet. Sobald die Fruchtblase geplatzt ist, intensivieren sich die Wehen nochmals. Die Eröffnungsphase ist die längste Phase der Geburtenphasen. Bei der ersten Entbindung kann diese zwischen acht und vierzehn Stunden andauern. Bei Schwangeren, die bereits ihr zweites Kind entbinden, ist diese Phase meist nach sechs Stunden abgeschlossen.

Durch die regelmäßige Atmung gelangen viele Mütter in eine Art Trancezustand. Dieser Zustand wird durch eine Endorphin Ausschüttung verursacht. Er hilft, die Wehenschmerzen erträglicher zu machen. Manchmal gibt es in der Eröffnungsphase eine Wehenpause. Hier können Mama und Kind nochmals Kraft schöpfen.

Die Übergangsphase

Die Übergangsphase ist kurz, aber anstrengend. Sie dauert in der Regel nur ca. eine Stunde. Die Wehen kommen teilweise sehr unregelmäßig und in sehr kurzen Abständen. Hier kann es sein, dass Du mit Übelkeit zu kämpfen hast. Der Pressdrang setzt bereits ein. Leider darf zu diesem Zeitpunkt noch nicht gepresst werden. Je nachdem, wie gut oder schlecht Du alles bisher überstanden hast, kommt es in der Übergangsphase zu einem Gefühlschaos von Erschöpfung, Mutlosigkeit, Aggression oder manchmal auch dem Wunsch nach einem Kaiserschnitt.

Hier kommt Deine Begleitperson, Hebamme, Geburtshelfer oder auch Deine Doula ins Spiel und helfen Dich nach Kräften zu unterstützen. Hier hilft nur regelmäßiges Atmen und gezielte Muskelentspannung in den kurzen Ruhepausen.

Am Ende der Übergangsphase ist der Muttermund vollständig geöffnet und das Kind dreht sich in eine optimale Geburtsposition, bereit zur Geburt.

Wichtig: Medikamente, die man vorher vielleicht nicht gebraucht hat, aber jetzt möchte bekommt man wahrscheinlich nicht mehr. Die Austreibungsphase beginnt und Schmerzmittel oder eine PDA dauern zu lange bis sie einsetzen. Überlege Dir deshalb bitte bereits in der ersten Phase, ob du wirklich keine medizinische Behandlung benötigst. Während der Geburt werden in jedem Fall Schmerzen auf Dich zukommen, die Intensität der Schmerzen kannst du aber beeinflussen.

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Austreibungsphase

Endspurt bei einer natürlichen Geburt. Die Kontraktionen werden sehr stark, aber die Ruhepausen sind dagegen wieder etwas länger im Vergleich zur Übergangsphase. Während der Austreibungsphase schiebt sich der Kopf des Kindes durch das Becken. Jetzt spürt man den Pressdrang erneut. Man darf jetzt pressen.

Bis vor einigen Jahren nahm man zum Entbinden die sog. Käfer-Stellung ein. Hier liegt man auf dem Rücken im Bett und zieht die Beine an. Das wird heute nur in seltenen Fällen noch gemacht. Heute weiß man, dass es besser ist mit der Schwerkraft zu arbeiten und nicht dagegen. Deshalb nehmen viele Mütter jetzt einen Vierfüßlerstand, auf den Knien mit einen Geburtshocker, ein Geburtsseil oder auch die Position in der Hocke ein, um zu Entbinden.

Am Ende der Austreibungsphase wird das Baby mit Presswehen aus dem Körper geschoben. Dies kann bei der ersten Entbindung bis zu einer dreiviertel Stunde andauern. Bei weiteren Geburten ist dies innerhalb einer halben Stunde erledigt.

Wenn das Köpfchen des Babys zu sehen ist, schützt die Hebamme meistens den Damm, um einen Dammriss zu vermeiden.

Ist es endlich vollbracht, werden Nase, Mund und Augen kurz gereinigt. Anschließend wird Dir das Baby in der Regel auf den Bauch gelegt. Das durchtrennen der Nabelschnur kann entweder von Dir, Deiner Begleitperson oder der Hebamme vorgenommen werden.

Soll die Nabelschnur auspulsieren oder direkt durchtrennt werden? Solche Dinge kannst du bereits vor der Geburt mit Deiner Hebamme und beim Ausfüllen eines Geburtsplan entscheiden.

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Nachgeburt

Ist das Baby nun geboren, kannst Du erst einmal verschnaufen. Nehme Dir Zeit, Dein kleines Wunder zu bestaunen. Auch Dein Baby benötigt in diesem Moment nur Dich.

Innerhalb der nächsten halben Stunde wird Dein Körper den Mutterkuchen (die sogenannte Plazenta) abstoßen. Hier könnten Nachwehen auftreten. In der Regel wird dieses Prozedere nur von sehr wenigen Frauen verfolgt. Man hat jetzt nur Augen für das Wunder, welches man geboren hat. Treten die Nachwehen innerhalb der ersten zehn Minuten nicht auf, kann es helfen, wenn Du Dein Baby zum Stillen anlegst. Ein wehenförderndes Mittel kann die Nachgeburt ebenfalls beschleunigen. Für die Hebamme und Geburtshelfer ist es jetzt ebenfalls Zeit Dammschnitt, -riss oder Genitalverletzungen zu versorgen.

Tipp: Du solltest aber den Ärzten bereits vor der Geburt mitteilen ob du die Plazenta sehen oder auch sogar mitnehmen möchtest. Während der gesamten Geburt, vergisst man das schnell. In unserem Geburtsplan kannst du solche Dinge bereits vor der Geburt entscheiden.

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Vanessa Hollmann
CEO

Vanessa ist CEO von BoomerBox und trägt im Team den Spitznamen "Dschinni". Nach Abschluss Ihres Bachelorstudiums in Wien und Hønefoss (Norwegen) war Sie 2 Jahre lang Projektleitung in einer international tätigen Agentur. Seit 2017 ist Vanessa Inhaberin Ihrer eigenen Werbeagentur die mittlerweile in einem Verbund aus 6 Unternehmen besteht. 
Sie ist immer da wo Sie gebraucht wird und kümmert sich um alle Probleme. Sie wurde in den vergangenen Jahren immer häufiger mit dem Problem konfrontiert, dass es für viele Probleme in der Schwangerschaft keine Lösung gab. Angefangen damit, dass viele über bestimmte Themen und Begleiterscheinungen gar nicht reden möchten. "Wir möchten den offenen Dialog über jedes Problem während der Schwangerschaft führen" ist heute Ihr Leitsatz. 


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